An einem eigentlich viel zu frühen Termin, nämlich um 18:00 Uhr abends, trafen sich zwei Fotografen und eine Fotografin zu einem merkwürdigen Unternehmen!

Fotos machen in der Unterführung. Bevor ihr jetzt alle an dem Geisteszustand besagter Fotografen zweifelt, geht selber einmal hin. So blöde ist die Idee gar nicht, gibt es in einer einzigen Unterführung Kassels genug Motive für einen ganzen Abend. Aber alles der Reihe nach. Beim Besuch des Bunkers (siehe Bericht) fiel Ulrike die Unterführung unterhalb des Bunkers auf und sie äußerte den Wunsch, diese doch mal mit Fotokrempel zu besuchen. Als Kavalier alter Schule wollten Paul und Stefan die arme Frau nicht alleine gehen lassen!

Am 17. April zogen besagte Personen dann los. Leider war es noch fast hell, mir eigentlich zu hell. Ich liebe Nachtfotos. Aber egal, wir verteilten uns und legten los. Da alle Wände der Unterführung mit Graffitis bemalt sind, gibt es hier Motive bis zum Abwinken. Das Schöne an solchen Unternehmen ist: drei Fotografen, fünf verschiedene Ansichten. Es gibt für fast jeden Geschmack etwas. Ob geheimnisvolle Frauen, muskelgestärke Männer, Kinderbilder, Handabdrücke, bekannte Sänger, Revoluzzer und natürlich Monster, Piraten, Fabelwesen und vieles mehr.

Mit Treppen oder ohne, mit Geländer oder nicht, ob von oben oder, eher Ulrikes Perspektive, ganz von unten, mit Straße, mit Personen oder nicht. Eigentlich weiß man nicht so genau, wo man anfangen soll.

Angefangen haben wir dann und es lief wie immer, jeder suchte das, was ihm wichtig erschien und so verteilten wir uns schnell über den Bereich der Unterführung.

Leider war für ein Mitglied der Gruppe der Spaß relativ schnell vorbei, der Akku gab den Geist auf. Dummerweise lag der Ersatz sicher und trocken zu Hause, das kommt selbst bei ganz alten Hasen vor. Besagte Person machte dann noch nähere Bekanntschaft mit der Hinterlassenschaft eines treuen Vierbeiners, was natürlich für den Spott der Anderen sorgte, aber „wir wollen keine Namen nennen“ nahm es gelassen. Nachdem wir die Unterführung totfotografiert hatten und das Malheur entfernt war, zogen wir noch in Richtung Innenstadt weiter.

Dort, vor der Documenta-Halle fanden wir keine so tollen Motive und begaben uns, nach einem Vorschlag von mir, in den Untergrund. Genauer in die Tiefgarage am Friedrichsplatz. Nur zu empfehlen! Zu der Zeit, mit wenigen Autos bestückt, mit dem künstlichen Licht, den Markierungen auf dem Boden, bunten Reklametafel an den Wänden gibt so eine Tiefgarage doch erstaunlich viel her. Ulrike warf sich sofort auf den Boden, natürlich nur wegen der Perspektive, und machte Fotos. Paul warf sich nicht, kitzelte den letzten Rest Energie aus seinem Akku und machte Fotos von gestürzter Ulrike, ich habe dann auf Fotos von beiden verzichtet, das muss man erst einmal über sich bringen. Leider war unser Spaß in der Tiefgarage nur kurz, wir wurden höflich gebeten, sie zu verlassen. Die Verhandlung mit dem Wachpersonal musste dann wieder Paul übernehmen, schließlich hatten wir ihn mitgenommen und er ist der Dienstälteste.

Nach dieser netten Episode zogen wir in Richtung Weinberg weiter. Wir knipsten noch einige Ansichten mit unglaublich blauem Himmel und bestellten uns noch im „Café am Rosenhang“ einen Absacker.

Alles in Allem ein sehr schöner Abend, so etwas sollte man oder frau viel öfter machen. Es hat uns allen tierisch viel Spaß gemacht und gelernt haben wir auch noch etwas: Immer einen zweiten Akku mitnehmen!

Mit kollegialem Gruß

Stefan Wendling

One thought on “Unterführung

  • 7. Mai 2014 um 00:22
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    Tja, natürlich nicht unkommentiert:
    Erst einmal DANKE, lieber Stefan, dass du mich FOTOGRAFIN nennst. Dies ist mir eine Hohe Ehre, bin ich doch erst seit Dezember bei euch. Paul sagt “Knipse” zu meinem Schätzchen und tritt mir damit jedes Mal auf den Fuß. Auch wenn wir hier keine Namen nennen wollen, ICH hatte genug Akku dabei. Richtig stellen möchte ich, ich bin nicht “gestürzt” sondern gesunken. Vor Erfurcht vor dieser wundervollen Tief ( wie der Name schon sagt) garage. Gelernt habe ich viel von euch, ob mit Strom, bei Absacker oder Sternchen und da will ich einfach mal DANKE sagen, Paul und Stefan.
    Ulrike

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